Gegen die Verderbnis und das Reguläre, für das Leben, gegen den zufälligen Verlauf und gegen das Verschlungenwerden von draußen halten wir unsere Stellung, machen Theater und leben

ELEGANZ AUSREFLEX sind Carolin Millner, Fee Römer, Maylin Habig, Nils Wildegans und Magdalena Wabitsch.

ELEGANZ AUS REFLEX besteht seit 2013 ("Truthahn und Knochen und Essen und es gefiel uns“, 2013 Frankfurt LAB, KaltstartPro Hamburg). Unser Ziel ist und war es eine gemeinsame Thematik zu finden, die uns beschäftigt und dazu eine oder mehrere Inszenierungen zu entwickeln.
Wir begannen uns intensiv mit der DDR auseinanderzusetzen. Nachdem wir „Guten Morgen du Schöne“ (studioNAXOS, 2014) inszeniert hatten und im Jahr darauf „Von einem Land das es nicht gab“, eine Auseinandersetzung mit der Geschichte von Carolin Millners Großvater, über den in der DDR mehrere Propagandafilme gedreht wurden (Mousonturm Frankfurt am Main und 100° Festival Berlin, 2015), erarbeiteten wir während einer Flausenresidenz (August 2016) die Idee zu einem fünfteiligen Serienformat von DDR Geschichte – ROT ODER TOT.

Uns interessiert die DDR als Antithese. Uns interessieren die, die sich an den Rändern, in Grauzonen aufgehalten und trotzdem Position bezogen haben. Die Umsiedler, die aus dem Westen in die DDR gingen. Die sozialistischen Dissidentinnen, die an die DDR geglaubt und gegen ihre Regierung aufbegehrten. Die Künstlerinnen und Künstler, die im Westen die DDR verteidigten, obwohl sie selbst gegangen oder geflohen waren. Die Stasispitzel, die heute offen darüber sprechen, dass sie glaubten, richtig zu handeln. Staatsdienerinnen, die nach wie vor von der Richtigkeit ihres Gesellschaftsentwurfs überzeugt sind.

Unser Ziel ist es, die Vielschichtigkeit von DDR Geschichte greifbarer zu machen. Wir stellen die Frage nach geteilter Erinnerung: Wenn heute über die DDR gesprochen wird, warum fehlt dann eigentlich so viel?

BIOGRAPHIEN DER KÜNSTLER*INNEN

Carolin Millner (*1984, Halle an der Saale) arbeitet seit 2016 als freischaffende Regisseurin. Ihre Arbeit brachte sie während des Studiums ans Theater und Orchester Heidelberg, ans junge theater Göttingen, den Mousonturm und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe. Seit Beendigung des Studiums inszenierte sie am Rheinischen Landestheater Neuss, Schlosstheater Celle, am Staatstheater Augsburg und im studioNAXOS.
Aufgewachsen in Halle an der Saale, Berlin und Stuttgart, absolvierte sie zunächst ein Studium der Dramaturgie, Soziologie und neueren deutschen Literatur an der LMU München in Kooperation mit der „Theaterakademie“ August Everding in München. Während des Studiums hospitierte und assistierte sie unter anderem an den Münchner Kammerspielen, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und der Berliner Volksbühne. Von 2010 bis Sommer 2016 studierte sie Regie in Frankfurt am Main und von 2017 bis 2018 an der ZHdK Zürich. Ihre Inszenierungen wurden zu folgenden Festivals eingeladen: „frisch eingetroffen” zeitraumexit Mannheim, Kaltstartpro Hamburg, Hessische Theatertage, Outnow-Festival Bremen, 100° Festival Berlin, Büchner Festival Gießen und flausen Festival Bielefeld. Für ihre Performance zu Wilhelm Tell gewann sie den Publikums- und Jurypreis der Versionale in Leipzig, erhielt gemeinsam mit weiteren Performer*innen eine Residenz bei den Dritten Fatzertagen in Mülheim an der Ruhr, eine Residenz bei flausen-young artists in residence und ist Alumni der Polytechnischen Stiftung, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie Stipendiatin des DAAD. Sie zählt zu den Mitbegründer*innen des studioNAXOS. Carolin Millner lebt in Frankfurt am Main und hat eine Tochter.

Fee Römer (*1985, aufgewachsen in Berlin und Greifswald) studierte Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und an der Goethe Universität Frankfurt. Zuvor Studium der Soziologie in Mannheim und Bloomington. Als Soziologin arbeitet sie zu Themen der sozialen Ungleichheit und untersuchte in ihrer Dissertation, unter welchen Bedingungen Wohlfahrtsstaaten die Rechte von Einwanderern schützen oder vernachlässigen. Publiziert wurden ihre wissenschaftlichen Arbeiten in einer Reihe von Peer Reviewed Journals. Sie arbeitet als freie Dramaturgin in Berlin, Frankfurt und Wien und ist Teil der Gruppe Eleganz aus Reflex, mit der sie im Rahmen eines Flausen Stipendiums 2016 das DDR-Spiel "rot oder tot" entwickelte. Häufige Zusammenarbeit mit Janne Nora Kummer, seit 2017 assoziiertes Mitglied von virtuellestheater e.V.. Schwerpunkt ihrer dramaturgischen Arbeit ist eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, und wie diese in performativen Formaten unterwandert werden können. Ihr Interesse gilt der Entwicklung alternativer Erzählungen. Fee Römer lebt in Berlin und hat eine Tochter.
www.eleganzausreflex.de

Nils Wildegans (*1984, Frankfurt am Main) Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik in Wiesbaden. Seit 2008 Studium Visuelle Kommunikationmit Studienschwerpunkt Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Prof. Rosalie. Nils Wildegans. Seit dieser Zeit erarbeitet er Installationen, interaktive Klangobjekte, Performances und ist im Bereich Ausstattung sowie Musik und Sounddesign für unterschiedliche Filmprojekte tätig. Seine Theaterarbeit umfasst Bühnen- und Kostümentwürfe sowie Lichtkonzepte. Die Ausstattung und technische Betreuung zahlreicher Inszenierungen der Regieklasse der HfMdK Frankfurt ermöglichten die Auseinandersetzung mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen und Arbeitsweisen. Seit 2014 erarbeitet er mit faelgendish Soundperformances, die sich mit Ausstellungsituationen auseinandersetzen. Kürzlich war Nils Wildegans als Ausstattungsassistent bei Oliver Helf am DNT Weimar tätig. Seine letzte Arbeit war Bühne und Kostüm für „Von einem Land das es nicht gab“ im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main. Nils Wildegans gehört zu den Gründungsmitgliedern von studioNAXOS, einer Plattform für junge Künstlerinnen Hessens. Die Bühnenräume von Nils Wildegans werden parallel zum Probenprozess von ihm entwickelt. Als Räume im Raum erschaffen sie eine Vielzahl von Spielorten und funktionieren gleichzeitig als Reflexion über den Theaterraum an sich.
www.nils-wildegans.de
www.eleganzausreflex.de.
www.studionaxos.de

Maylin Habig (*1987, Frankfurt) aufgewachsen in Frankfurt, absolvierte von 2008 bis 2016 ein Kunststudium mit dem Schwerpunkt Bühnen- und Kostümbild bei Prof. rosalie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Neben einigen Auslandsaufenthalten, Kostüm- und Bühnenbildassistenzen arbeitet Maylin Habig während des Studium vor allem an eigenen Projekten, entwirft Kostüme und Bühnenbilder für die freie Theaterszene. 2015 absolviert sie ein Auslandssemester in Helsinki an der Academy of Fine Arts bei Prof. Caspar Stracke und Prof. Ulrika Ferm. (Time and Space Art)
Ihre vorwiegend textilen Arbeiten beschäftigen sich mit dem Prinzip von Individuum und Kollektivität, den gesellschaftlichen und geschlechtlichen Grenzen. Textilien stellen den Übergang vom menschlichen Körper zu seinem Umraum dar, sie reflektieren die Gesellschaft in ihren alltäglichen rituellen Handlungen und werden in ihren Arbeiten zu Kostüm, Malerei, Skulptur und Raum.
Seit 2016 ist Maylin Habig Mitglied bei studioNAXOS, lebt und arbeitet in Frankfurt als freischaffende Künstlerin, Modedesignerin und Bühnen- und Kostümbildnerin.

Teresa Hoerl (*1983, Augsburg) aufgewachsen im Allgäu. Ab 2004 studiert sie Theaterwissenschaften an der LMU in München und der University of London. 2006/2007 entstehen in England ihre ersten Inszenierungen, Performances und Videoarbeiten am Harold Pinter Drama Studio. 2009 schließt Teresa Hoerl ihr Studium mit dem Master of Arts erfolgreich ab. Im selben Jahr nimmt sie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München ihr Regiestudium auf. Hier inszeniert sie mehrere Kurz- und mittellange Spielfilme. Teresa Hoerl lebt und arbeitet seit 2014 als freie Regisseurin und Autorin in München.
www.teresahoerl.com