Die Idee unserer Kleinbürgerhochzeit ist, den Protagonisten einen leeren Raum betreten zu lassen, in dem schon alles passiert ist und wir nur noch versuchen können, nachzuempfinden. Was hat hier stattgefunden? Wie haben sich die Figuren verhalten? De Annährung erfolgt über Einnahme von Gesten, Positionen und Stimmen der Verblichenen/Vergessenen. Wie ein Cyborg navigiert unser/e einsame/r Spieler/in durch den Raum und macht sich die Verblichenen zu eigen, bis sie sich seines/ihres Körpers bedienen und ihre vergangenen Streitereien in ihm/ihr wieder aufleben lassen.

Mannheimer Morgen, Kritik zur Kleinbürgerhochzeit
"Auf einem überdimensioniert karierten Papierbogen zeichnet eine idealbesetzte Sidonie von Krosigk schematisch die Sitzordnung als lebensgroßes Spielbrett der Eitelkeiten, worauf sie herrlich komisch in distanzierter Haltung sämtliche Rollen bekleidet. (...) Reich an Brechts scharfsinnigem Spott, markiert die präzise Inszenierung zweifelos einen Höhepunkt des Festivals."

 

OUTNOW! festival ePaper, Kritik zur Kleinbürgerhochzeit
"Carolin Millner dekonstruiert beherzt Brechts Kleinbürgerhochzeit und rekonstruiert sie zugleich. (...) Sidonie von Krosigk nimmt die Position (...) einer Person ein, wechselt zur nächsten und entwickelt so einen vielstimmigen Monolog, der die Stimmung der Festgesellschaft nachzeichnet. In einer beeindruckenden Performance werden die verschiedenen Figuren gegeneinander ausgespielt. Die Stimmen sind verzerrt und verfremdet, gleiten ins Groteske, nachdem sie sich wie eine zu langsam ablaufende Platte mühsam aus der Stille heraus gearbeitet haben."

Mitwirkende
Regie: Carolin Millner | Bühne/Kostüm: Nils Wildegans | Dramaturgie: Fanti Baum | Musik: Johannes Reischmann | Choreographie: Enad Marouf | Spieler*innen: Sidonie von Krosigk und singen: Maurice Lenhard, Maren Schwier, Johannes Mayer

Die Inszenierung wurde zu "frisch eingetroffen" bei zeitraumexit in Mannheim, den Hessischen Theatertagen in Gießen und dem "Outnow! Festival" in Bremen eingeladen.