Der Abend beschäftigt sich mit einer Gesellschaft, die sich in der dauerhaften Beschwerde über den Zustand der Welt und der eigenen Lebenssituation eingerichtet hat. Die Veränderung einfordert, aber nicht bereit ist, selbst dafür aktiv zu werden. Statt dessen erwartet sie für ihr eigenes Lebensglück immer mehr und ein Ende ist nicht in Sicht.

FAZ, Jürgen Richter, 29.10.2015, Kritik zu wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans geld denken
"Ihre Protagonisten - Anabel Möbius, Ines Schiller und Oliver Konietzny - verkörpern eine gleichermaßen überhebliche wie eifersüchtige Gesellschaft. Ihre meist unsinnige oder wie eine hängende Schallplatte wiederholte Konversation steht im Gegensatz zu ihren Konventionen des Umgangs vom Diener bis zum Hofknicks. Die aggressiven und immer wieder in Nonsens aufgelösten Ansagen werden als beschwingter Reigen ausgespielt. Ringsum leuchten die prosaischen Videoansichten aus dem Frankfurt von heute als Kontrast zu den Kostümen von gestern, bis sie sich am Schluss in Flammen auflösen. Die Verbindung weit entfernter Epochen hat nicht nur optische Reize, das Puzzle fragmentarischer Textbausteine entbindet von der Pflicht, alles ernst zu nehmen."

„du kannst dich hier mit allem betüddeln, du kannst ein flitterleben haben, wenn du willst, und das lenkt dich halt von bestimmten dingen ab, und das ist nötig, das braucht der mensch. und wenn er sich immer mit substanz beschäftigen muss und mit dem wesentlichen, ich glaube, dann wird man depressiv.
fehlt das tralala, bist du auf dich zurückgeworfen, und wenn du auf dich zurückgeworfen bist, dann musst du dich entscheiden, bist du jetzt ein schwein oder ein guter mensch. ein schwein kannst du aber nur sein, wenn du gut ausgehn kannst und alles, ein schwein in einer ordentlichkeit, in einer sauberkeit, das gibt es nicht. ein schwein kann nicht früh schlafen gehen. musste aber drüben. eigentlich. von daher muss man da nur ein guter mensch werden. das ist eine furchtbare idee. wahrscheinlich gibt es hier schöne haut und da schöne seelen.“ (Roland M. Schernikau)

Mitwirkende
Regie: Carolin Millner | Text: Felicia Zeller | Dramaturgie: Janina Zehle | Bühne/Kostüm: Elena Herold | Video: Merlin Heidenreich, Timon Osche | Spieler*innen: Anabel Möbius, Ines Schiller, Oliver Konietzny | Organisation: Sofie-Charlotte ten Brink

Gefördert vom Kulturamt Frankfurt.